agpro-Förderpreis 2012: 16.000 Euro für 5 herausragende wissenschaftliche Arbeiten

agpro vergibt zum achten Mal den wissenschaftlichen Förderpreis. Drei Arbeiten stammen von AbsolventInnen der Universität Wien. WKW, IBM, Bank Austria, Almdudler und Stadt Wien stiften bemerkenswerte Preisgelder.

Wien, 22.11.2012 – Gestern vergab die agpro (Austrian Gay Professionals, das Netzwerk Schwuler Unternehmer, Fach- und Führungskräfte) den mit 16.000 Euro dotierten agpro-Förderpreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Thematik Homosexualität in Wirtschaft, Recht und Gesellschaft. Die PreisträgerInnen schrieben ihre Arbeiten mehrheitlich an der Universität Wien. Daneben gab es eine Auszeichnung für eine Doktorarbeit an der Universität Köln und eine für ein österreichisches Forschungsprojekt abseits einer universitären Einrichtung.

Die WKW unterstütze schon zum zweiten Mal den agpro-Förderpreis und engagiere sich, so die WKW-Präsidentin, seit Jahren im Bereich Gender & Diversity. Die WKW sehe es als Verpflichtung und soziale Verantwortung, die Akzeptanz für personelle Vielfalt auf jeder Ebene zu erhöhen, egal ob ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Religion oder Behinderung.

Im Zweijahresrhythmus stellt der agpro-Förderpreis die sexuelle Orientierung im gesellschaftspolitischen Kontext in den Mittelpunkt: Die heuer ausgezeichneten Arbeiten spannen den Bogen von sexueller Identität und Diskriminierung am Arbeitsplatz über Vernetzung lesbischer Arbeitnehmerinnen, Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare, den Sexualitätsdiskurs in der Entwicklungszusammenarbeit bis hin zu den Auswirkungen einer "Normalisierung". Die konsequent fundierte und wissenschaftlich anspruchsvolle Aufarbeitung der gewählten Themen durch die VerfasserInnen der Arbeiten war für den wissenschaftlichen Beirat des agpro-Förderpreises auszeichnungswürdig.

Die ausgezeichneten ForscherInnen kommen aus unterschiedlichen Disziplinen, wobei drei ihre Arbeiten an der Universität Wien verfassten: Mag. Clemens Huber schrieb seine Diplomarbeit in Internationaler Entwicklung, Dr. Sushila Mesquita promovierte mit einer Arbeit aus Rechtsphilosophie und Geschlechterforschung und MMag. Ilse Koza wurde für ihre Diplomarbeit aus dem Bereich Vergleichende Politikwissenschaft prämiert. Dr. Roswitha Hofmann und Dr. Sabine Steinbacher erhielten den Preis für ihr Forschungsprojekt aus Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Dipl.-Psych. Dominic J. T. Frohn ist der einzige ausländische Preisträger: Er reichte ein Konzept für eine Doktorarbeit aus Psychologie ein, die er an der Universität Köln verfasst.

Markus Knopp, Präsident der agpro, sagte im Rahmen der Verleihung: "Wir möchten mit unserem Förderpreis die Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität intensivieren und in der Folge die Akzeptanz dafür weiter erhöhen. Die wachsend große Zahl an Einreichungen (heuer waren es 36) zeigt, dass dieses Thema eine zunehmende Präsenz auf wissenschaftlicher Ebene erhält und in unterschiedlichsten Dimensionen und Aspekten beleuchtet werden kann."

Der agpro-Förderpreis wird von fünf Sponsoren unterstützt, die insgesamt eine Summe von € 16.000,-- zur Verfügung stellen. Mit IBM und UniCredit Bank Austria sponsern zwei Unternehmen diesen Preis, die als Vorreiter bei Gleichstellung und Diversitätsmanagement gelten. Beide Organisationen erhielten für diesen Einsatz kürzlich den DiverCity-Preis und den meritus verliehen. Eine sehr persönliche Geschichte steckt hinter dem Engagement von Almdudler - diese Geschichte ist in der Autobiographie des Sprudelfabrikanten Thomas Klein nachzulesen.

  • Der Preis der Wirtschaftskammer Wien über € 5.000,-- wurde an Dr.in Roswitha Hofmann & Dr.in Sabine Steinbacher für ihr Forschungsprojekt "Lesben vernetzt!? Vernetzung und Kooperationsstrukturen von lesbischen Frauen in Erwerbszusammenhängen" verliehen.
  • Mag. Clemens Huber erhielt für seine Diplomarbeit "Queering Development - eine Analyse zum Sexualitätsdiskurs in der Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel des DED-Briefs" den Preis der IBM mit einem Preisgeld von € 3.000,--.
  • Über diese Summe durfte sich gestern auch Dr.in Sushila Mesquita freuen. Sie erhielt den Preis der Bank Austria für ihre Doktorarbeit "Ban Marriage! Ambivalenzen der Normalisierung aus queer-feministischer Perspektive".
  • Der Almdudler-Preis, ebenfalls in Höhe von € 3.000,-- ging an Dipl.-Psych. Dominic J. T. Frohn. Er schrieb an der Universität Köln seine Doktorarbeit mit dem Titel "Out im Office?! Sexuelle Identität, Geschlechtsidentität, (Anti-)Diskriminierung und Diversity am Arbeitsplatz".
  • Den mit € 2.000,-- dotierten Preis der Stadt Wien erhielt MMag.a Ilse Koza für ihre Diplomarbeit "Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare in Österreich und Argentinien".

Die agpro bedankte sich im Rahmen der Verleihung auch bei ausgewählten langjährigen Unterstützerinnen: Univ.-Prof.in Dr.in Edeltraud Hanappi-Egger von der WU Wien und Ao.Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Holzleithner von der Universität Wien erhielten für ihre Tätigkeit im Wissenschaftlichen Beirat die agpro-Ehrenmedaille. Auch an Mag.a Tatjana Oppitz, Generaldirektorin von IBM Österreich, wurde die agpro Ehrenmedaille überreicht. IBM sponsert den agpro-Förderpreis seit seiner Gründung und engagiert sich fortwährend für die Gleichstellung homosexueller Menschen.

Rückfragehinweis: Helmut Barak, Tel: 0650 421 17 67, helmut_barack(at)agpro.at

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