Die Verleihung des agpro-Förderpreises 2010: Wissenschaft - Wirtschaft - und eine sensationelle Schokolade!

Der 7. Förderpreis für wissenschaftliche Leistungen zum Thema Homosexualität wurde am 1. 12. 2010 vergeben; die Feier fand im Festsaal der Wirtschaftsuniversität Wien statt.

Die Preise (Sponsoren, Subventionsgeber), die Preisträger/innen und ihre Einreichungen:

Preis des BMWF (1.000,- €):

Dr. Christian Müller-Götzmann: Artifizielle Reproduktion und gleichgeschlechtliche Elternschaft - Eine arztrechtliche Untersuchung zur Zulässigkeit fortpflanzungstechnischer Maßnahmen bei gleichgeschlechtlicher Partnerschaft (Diss. Uni Mannheim)

 

Preis der Stadt Wien / Wissenschafts- und Forschungsförderung der MA 7 (2.000,- €):

DI Michael Schaub: Die Konzeption und Realisierung des gesellschaftskritischen Dokumentarfilmprojektes "Wer ist Familie?" (Diplomarbeit und DVD, Medienhochschule Stuttgart)

 

Preis der Stadt Wien / Queerer Kleinprojektetopf der MA 17 (1.000,- €):

Martin Wiedmer: "Das sieht man ihnen ja gar nicht an!" Einstellungsveränderungen gegenüber Schwulen und Lesben auf Grund einer schulbasierten Intervention (Lizentiatsarbeit Uni Bern)

 

Preis der WKW (1.500,- €):

Mag. Dr. Thomas Köllen (Köln): Über den Umgang von Lesben und Schwulen mit der eigenen Homosexualität am Arbeitsplatz. Der Zusammenhang von Diversity Management und arbeitsplatzbezogenen Selbstentwürfen (Dissertation, WU Wien)

 

Preis der IBM (je 1.000,- €):

Dr.in Francesca Falk (Basel) für ihr Buch "Grenzverwischer" (die Zusammenhänge von Anti- semitismus und Homophobie, dargestellt am Film "Jud Süß"; Studienverlag Innsbruck)

Dipl.-Soz.in Elisa Marchese (Bamberg): Gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland. Eine explorative Studie (Diplomarb., Uni Bamberg)

Brigitte Sdun: Die Lebenslage älterer und pflegebedürftiger Lesben und Schwuler (Diplomarbeit, Uni Dortmund)

 

Hochqualitative Beteiligung

29 Arbeiten wurden eingereicht, 14 aus Österreich, 13 aus Deutschland und zwei aus der Schweiz.

 

Hochgeschraubte Prämie, hochherzige Unterstützende

Das ausgeschriebene Preisgeld von ursprünglich 7.500,- € konnte auf 8.500,- € erhöht werden.

Neben den Stiftern der Preisgelder (siehe oben) stellten die Buchhandlungen Löwenherz und Hintermayer Buchgutscheine zur Verfügung.

Von Almdudler wurde das das Buffet ebenso gesponsert wie vom hauseigenen Catering Department der WU Mensa, das die servierten Köstlichkeiten wesentlich günstiger berechnete.

Die "Zweigstelle" stellt ihre betörenden "floralen Konzepte" zur Überreichung an Prämierte und Ehrengäste zur Verfügung (siehe Photos: Blumen in deren Händen).

 

Hochkarätige Ehrengäste, hocherfreuliche Feier

Am Festabend begrüßte agpro-Präsident Markus Knopp eine imposante Reihe exquisiter Persönlichkeiten, die mit ihrer Anwesenheit, wie er sagte, „ein Zeichen für Toleranz“ setzten. Die Eröffnung nahm der Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, o.Univ.-Prof. Dr. Christoph Badelt vor, der die Diversity-Initiativen der WU hervorhob.

Mag. Helmut Barak, der Hauptverantwortliche für den Förderpreis, betonte, er wäre nicht unglücklich, gäbe es den Preis nicht mehr, wenn die wissenschaftliche Beschäftigung mit Homosexualität in der scientific community Routine geworden sein werde.

Die Sprecherin des Wissenschaftlichen Beirates, Univ.-Prof.in DIin Dr.in Edeltraud Hanappi-Egger, würdigte die Qualität der Einreichungen und begründete mit Zitaten aus den Gutachten die Entscheidungen der Jury zur Preisvergabe.

Die Preise überreichten die höchsten Repräsentant/inn/en der jeweiligen institution: Wissenschaftsministerin Dr.in Beatrix Karl, IBM-Generaldirektor DI Leo Steiner, Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny, WKW-Präsidentin Komm.Rin Brigitte Jank und, die verhinderte Stadträtin Frauenberger dem Anliegen des Preises gemäß adäquat vertretend, die Leiterin und der Leiter der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Angela Schwarz und Mag. Wolfgang Wilhelm, MAS. Bei allen verspürte man in ihren Statements eine ehrliche, tiefgehende Anteilnahme an dieser agpro-Initiative.

Hochschulberater Mag. Roland Humer, M.A., Mitglied der agpro, des Beirates und des Förderpreisteams, führte sympathisch durchs Programm, das vom WU-Streichquartett musikalisch so wohllautend wie passend (etwa "Over the Rainbow" zur "Regenbogenschokolade") begleitet wurde.

Der Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich Hans Henning Blomeyer-Bartenstein gratulierte den deutschen Preisträger/innen nicht nur persönlich bei der Verleihung, er lud sie, den agpro-Präsidenten und Projektleiter Mag. Barak auch noch zum Mittagessen am Tag darauf in seine Residenz.

 

Hochsensible Kooperationen

Zwei Kooperationen der agpro machten die Preisverleihung 2010 einzigartig:

 

  • An die bittere Seite des Lebens erinnerte die AIDS-Hilfe Wien und verteilte aus Anlass des Welt-AIDS-Tages am 1. 12. an die Anwesenden Red Ribbons, wobei der ungewöhnlich hohe Betrag an Spenden den Projekten zur Betreuung Kranker und der AIDS-Prävention zufließen wird.
  • Die süße Seite vertrat die zotter Schokoladen Manufaktur: Julia Zotter outete sich launig als Schwester aller Schokoladekreationen ihres Vaters und präsentierte charmant die erste "schwulesbische" Schokolade der Welt: nicht nur die flatternde Regenbogenfahne wird auf der Verpackung auf dem Mond gehisst, auch der Inhalt ist einschlägig: schwul-rosa der Erdbeer-Riegel, Lesben-lila die zweite Tafel, die ihren Wohlgeschmack von Acai erhält, dem "Regenwaldwunder", einer erfrischend-anregenden Powerfrucht aus dem Dschungel Brasiliens!

 

Eine weitere Zusammenarbeit sorgt für Nachhaltigkeit: Die Übergabe der Einreichungen an das im steten Werden befindliche Archiv von QWIEN (www.qwien.at) ermöglicht es, dass die Arbeiten auch langfristig für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

 

Wir danken für die Unterstützung